ArchivQA
ISO 19264 · technische Bildqualität

Die technische Qualität digitaler Archivbilder prüfen.

ArchivQA misst Schärfe, Rauschen, Auflösung, Farbprofil, Bit-Tiefe und Tonwertumfang direkt aus der Bilddatei — und macht sichtbar, wenn eine Datei mehr behauptet, als sie enthält.

Kostenlos · ohne Anmeldung · 3 Analysen pro Tag · TIF, JPG, JP2, PNG, WebP bis 150 MB · die Datei wird nach der Analyse vom Server gelöscht.

Beispiel eines Prüfberichts Stufe B
Schärfe (Kanten-Proxy)
1 480 Stufe B (> 1200)
SNR
34,2 dB Stufe B (> 30 dB)
Auflösung
4 256 × 5 760 px 400 ppi
Bit-Tiefe
16 bit deklariert effektiv 8 bit
ICC-Profil
eciRGB v2 eingebettet
Clipping (Lichter)
0,4 % unkritisch
JPEG-Blockraster
erkannt · 1,62 trotz TIFF-Container

Beispielwerte zur Veranschaulichung des Berichtsaufbaus — keine Messung.

Was diese Prüfung ist — und was nicht

ArchivQA prüft rechnerisch aus der Bilddatei heraus und liefert damit eine nachvollziehbare Orientierung für Stichproben, Abnahmen und interne Qualitätssicherung. Eine vollständige ISO-19264-Konformität setzt physische Referenz-Targets im Aufnahmeprozess voraus (IT8, Auflösungschart, Graukeil); eine targetbasierte Zertifizierung ersetzt ArchivQA nicht. Was ISO 19264 fordert

Was gemessen wird

Jede Kennzahl wird aus den Pixeldaten und den Datei-Metadaten berechnet und im Bericht mit ihrem Zahlenwert ausgewiesen — nachrechenbar statt als Ampel.

Schärfe

Kantenbasiert und auf eine Referenzgröße normalisiert, rauschkorrigiert — dadurch unabhängig von Bildgröße und Motivfläche.

Kantenbreite

Kontrastunabhängiges Gegenstück zur Schärfe in Pixeln. Rettet scharfe Scans kontrastarmer Vorlagen, etwa ausgeblichener Schrift.

SNR & Rauschen

Signal-Rausch-Abstand in dB, geschätzt über die homogensten Bildbereiche. Bei mehr als 8 Bit nativ gemessen.

Auflösung & ppi

Pixelmaß und eingebettete Auflösungsangabe, geprüft gegen die Archivempfehlung von 300 ppi.

Farbprofil

Ob ein ICC-Profil eingebettet ist — und welches. Gemischte Profile in einer Lieferung sind ein Warnzeichen.

Bit-Tiefe

Deklarierte gegen tatsächlich belegte Tonwerte: 16-Bit-Dateien mit 8-Bit-Inhalt werden als solche benannt.

Clipping

Anteil voll gesättigter Lichter und Tiefen, bezogen auf die jeweilige Tonwertregion statt auf das ganze Bild.

Kompression

Container und tatsächliches Kompressionsverfahren, inklusive verlustbehafteter JPEG-2000- und WebP-Varianten.

Bearbeitungsspuren

Tonwert-Kamm, Clip-Punkt unterhalb von 255 und Zusatzdaten im Container als Hinweis auf nachträgliche Eingriffe.

Vier Stufen, feste Schwellen

Aus den Messwerten ergibt sich eine Einstufung von A bis X. Die Schwellen sind offengelegt und für jede Datei im Bericht nachvollziehbar.

Stufe Schärfe SNR Weitere Anforderungen
A Archiv-Master > 3000 > 40 dB verlustfrei, ≥ 2000 px Langkante, geringes Rauschen, kaum Clipping
B Archivtauglich > 1200 > 30 dB ≥ 1000 px Langkante
C Nur Vorschau > 400 > 20 dB für Recherche und Web, nicht als Master
X Nicht archivtauglich unter den Mindestanforderungen

Zusätzlich deckeln starkes Clipping und ein nachgewiesenes JPEG-Blockraster die erreichbare Stufe. Alle Schwellenwerte im Detail

Wenn die Datei mehr behauptet, als sie enthält

„TIFF, 600 ppi, 16 Bit" beschreibt zunächst nur den Container. ArchivQA sucht deshalb nach Spuren früherer Verarbeitungsschritte, die eine Umverpackung überleben — relevant vor allem bei der Abnahme beauftragter Digitalisierungen.

JPEG-Blockraster

Ein 8×8-Raster im Pixelbild verrät eine JPEG-Zwischenstufe, auch wenn die Datei verlustfrei gespeichert wurde.

DCT-Quantisierungskamm

Zweite, unabhängige Spur im Frequenzraum: JPEG-Quantisierung hinterlässt regelmäßige Lücken im Koeffizienten-Histogramm.

Hochskalierung

Interpolation erzeugt periodische Muster. 200 auf 300 ppi hochgerechnete Scans lassen sich so von echten 300-ppi-Scans trennen.

Die Browser-Prüfung läuft vollständig auf dem eigenen Rechner; es wird keine Datei hochgeladen. Nach der Kompression skalierte oder beschnittene Bilder können das Blockraster verlieren — ein unauffälliger Befund ist kein Beweis für das Gegenteil.

KW
Konstantin Weber
Leiter Reprofotografie in einem Archiv

Fotografiert und digitalisiert beruflich Archivbestände. ArchivQA ist aus dieser täglichen Praxis entstanden: Alle Schwellen und Detektoren sind an realen Archivscans kalibriert, nicht an synthetischen Testbildern. Mehr über das Projekt

Eine Stichprobe dauert unter einer Minute.

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