Ist dieses TIFF echt — oder ein getarntes JPEG?
Ein Forensik-Test für gelieferte Hochauflösungs-Scans. Er deckt zwei häufige Täuschungen auf: ein als TIFF gespeichertes, in Wahrheit gewaschenes JPEG und ein künstlich hochskaliertes Bild, das mehr Auflösung vortäuscht, als real gescannt wurde. Läuft komplett in deinem Browser — das TIFF bleibt bei dir, kein Upload.
TIFF hierher ziehen oder klicken
.tif / .tiff — auch große Scans; bleibt in deinem Browser
Heatmap: rot = starkes lokales 8×8-Raster (JPEG-Signatur), meist am deutlichsten auf ruhigen Flächen.
Balken je Phase (0–7) für Spalten & Zeilen. Ein herausragender Balken = Rasterphase einer JPEG-Vergangenheit.
Regelmäßige Spitzen im Koeffizienten-Histogramm = Quantisierungsstufen eines früheren JPEGs.
Warum „TIFF" allein nichts garantiert
Fordert ein Archiv „TIFF, unkomprimiert, 300 dpi" an, prüft die Abnahme meist nur den Container — die Dateiendung und das Kompressions-Tag. Beides lässt sich mühelos vortäuschen: Man öffnet ein stark komprimiertes JPEG, exportiert es als TIFF, und schon steht „unkomprimiert" in den Metadaten. Die verlorene Bildinformation kommt dadurch nicht zurück — die Datei ist ein „gewaschenes JPEG".
Die frühere Kompression hinterlässt aber zwei Fingerabdrücke, die die Neuspeicherung überleben: ein 8×8-Blockraster in den Pixeln und einen Quantisierungskamm im Frequenzraum (DCT). Dieser Test misst beide — komplementär: Das Raster zeigt sich am klarsten auf ruhigen Flächen (Leer-/Zwischenblätter), der Kamm auf inhaltsreichen Seiten, wo das Raster in der Textur untergeht.
Die zweite Täuschung ist die Hochskalierung: Ein 200-dpi-Scan wird per Software auf 300 dpi „gerechnet". Das Interpolieren erzeugt eine periodische Struktur in der zweiten Ableitung — ein 3/2-Upscale eine Periode von 3 Pixeln. Der Test sucht diese Periodizität in beiden Achsen.
Grenzen des Tests — bewusst ehrlich
Eine nahezu transparente JPEG-Kompression (Qualität ab ~95) legt den Kamm so eng, dass ihn die Rundung verschluckt. Eine exakte Verdopplung der Auflösung (×2) ist beim Resampling ein prinzipbedingter blinder Fleck. Und ein nach der Kompression beschnittenes oder neu skaliertes Bild verliert das Blockraster. „Keine Spur gefunden" ist deshalb kein Echtheitsbeweis — ein Fund dagegen ist ein belastbarer Beleg. Für Reihen/Lieferungen genügt oft ein einziger Fund, um die ganze Kette zu verraten.
Häufige Fragen
Verlässt mein TIFF den Rechner?
Nein. Die Datei wird in einem WebWorker deines Browsers decodiert und analysiert — kein Upload, keine Speicherung.
Welche TIFF-Varianten werden gelesen?
Unkomprimiert, LZW, Deflate/ZIP, PackBits und JPEG-im-TIFF. Ist der Container selbst schon JPEG-komprimiert (Tag 259 = 6/7), meldet der Test das direkt.
Und JPG, PNG oder ein ganzer Ordner?
Für einen schnellen Histogramm-Test an JPG/PNG gibt es die Seite Bearbeitung erkennen. Ganze Lieferungen und alle weiteren Metriken prüft der Archivqualität-Check.